Training des Irritiertseins 

„Die Technik des Irritiertseins gegenüber landläufigen, selbstverständlichen`, niemals angezweifelten Vorgängen ist von der Wissenschaft sorgfältig aufgebaut worden und es besteht kein Grund, warum die Kunst diese so unendlich nützliche Haltung nicht übernehmen sollte.(B. Brecht) 

In diesem Seminar üben wir uns im Auffällig finden, im Irritiertsein und Staunen. Wir nutzen den achtsamen Anfängergeist, die offene Wahrnehmung des Anderen, um das Eigene und Vertraute mit fremden Blick zu betrachten. Der sogenannte V-Effekt, der Verfremdungseffekt Bertolt Brechts, soll dabei Anlass und Pate sein, den-die-das Andere in künstlerischen Handlungen und Begegnungen zu sehen, zu feiern, zu erforschen. In unserem Workshop untersuchen wir schauspielerische und choreografische Aspekte von Identifikation und Nichtidentifikation, den Umgang mit Mitspieler/innen und Publikum. Neben der Technik von Brecht,  inspirieren uns Übungen der Choreograf/innen Meg Stuart und Praktiken des Komponisten John Cage und unterstützen uns bei der Suche nach dem Merkwürdigen, Widersprüchlichen und Sehenswerten.