ente tod und tulpe probenfoto: franziska henschel

Workshops und Seminare

Was will ich und was will ich probieren  

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Begleitendes Seminar zur freien Projektarbeit

In diesem Seminar geht es darum,Taktiken und Praktiken freier Projektarbeit kennenzulernen, die helfen können, die eigene künstlerische Fragestellung zu fokussieren und diese in ein Aufführungsformat zu überführen

Mit verschiedensten Techniken des Generierens, Sortierens, Komponierens und Entscheidens, die wir z.T. aus anderen Künsten entleihen, nähern wir uns über die Definition der beteiligten Aspekte - wie Anliegen, Arbeitsweise, Aufführungsformat, Fragestellung, Titel, Thema, These u.v.a.m. - der Konzeption, Vorbereitung und Realisation eines Solo-Projektes für das die Studierenden  die künstlerische Verantwortung tragen.

Begleitet, unterstützt und im regelmäßigen Austausch mit den anderen-, durchlaufen die Studierenden Projektfindungs-, Konzeptions-, Recherche-, Probenphase, Präsentation und Feedback.

Form, Funktion, Qualität, Beziehung von  Aktion + Reaktion 1 Filter und Wege der Wahrnehmung 

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In diesem Seminar geht es vor allem darum, die Kategorien der eigenen Wahrnehmung zu bemerken, zu definieren und zu erweitern, um sie für die eigene künstlerische Arbeit (auf der Bühne)und die Kommunikation mit Anderen -nutzbar zu machen.

Was nehme ich war und (wie) kann ich es beschreiben?

Nicht eine Meinung, Wertung oder Interpretation des Gesehenen/Geschehenen zu äußern, sonderneine nachvollziehbare Beschreibung, ist ungewohnt und bedarf der Übung.

In diesem Seminar/ Workshop untersuchen und trainieren wir explizit die Möglichkeiten der Wahrnehmung sowie der Beschreibung einer Aktion/ Handlung auf der Bühne. Wir erarbeiten uns durch das wiederholte und bewusste Tun, ein Vokabular des Sehens und Beschreibens. Wir üben uns in der verschieden filterbaren Wahrnehmung und Beschreibung von großen Bögen und kleinen Details.

Das Ziel ist es, Strukturen -auf verschiedenen Ebenen der Darstellung -erkennen und benennen zu können. Die Qualität des Feedbacks wie auch die Kreativität und Konstruktivität der Zusammenarbeit - insbesondere die Fähigkeit, Anlässe und Varianten des Zusammenspiels zu erkennen- wird dadurch entschieden erhöht.


Form, Funktion, Qualität, Beziehung von  Aktion + Reaktion   2 Inspirations und Improvisationswerkzeuge

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Nun geht es darum, die Möglichkeiten zu erweitern, auf eine Aktion, ein Angebot, ein Zeichen, eine Gegebenheit zu reagieren.

Hierfür arbeiten wir mit Werkzeugen die der kompositorischen bzw. choreografischen Praxis  entlehnt sind, die den Agierenden Filter bzw. eine Definition/Reduktion des (Re)Aktionsspektrums vorschlagen und damit die unendlichen (Re)Aktionsmöglichkeiten einschränken und scharf stellen. Wir beschäftigen uns mit der Beziehung von Aktion und Reaktion, insbesondere mit Grad und Form der Abhängigkeit, Kooperation, Konfrontation und Interdependenz. Wir nutzen die W- Fragen zur Orientierungshilfe in freien Improvisationen um und untersuchen den Begriff der "Funktion" der Agierenden und ihrer Handlungen innerhalb der Aufführung bzw. des Ensembles. Inspirieren lassen wir uns von Thomas Lehmen und den von ihm definierten performativen Funktionen der "Mediation", der "Manipulation", der Bereitstellung von "Material", der "Interpretation", oder "Observation" und nehmen diese- wie auch eigene gefundene Funktionen - als Grundlage des spielerischen Handelns. 

Lost and Found in Translation - 

Übersetzung, Dokumentation, Notation von flüchtiger Kunst

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Künstlerische Ideen, Momente, Ereignisse, fixieren, notieren zu wollen ist keine neue Sehnsucht. Das Bedürfnis nach zeitloser Transportfähigkeit hat v.a. für die europäische Musik verschiedenste Formen von Notationen hervorgebracht, die sich als eigene Sprache der Dokumentation und zeichenhaften Übersetzung etabliert haben. Aber wie sieht das in Theater, Performance und Tanz aus? In Arbeiten, die ausschließlich im Moment der Gleichzeitigkeit ihrer Hervorbringung und Rezeption bestehen? Auch hier gibt es z.t. sehr ausgefeilte Notationen, diese haben sich in der künstlerischen Praxis jedoch weit weniger durchsetzen können. Warum? Wir suchen nach interessanten wie praktikablen Formen der Dokumentation, Notation und Übersetzung, entwerfen eigene - und probieren bestehende Modelle aus,- testen ihr künstlerisches Potential und ihre interdisziplinäre Anwendbarkeit.


Das Potential von Kopie und Zitat 

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In diesem Seminar gilt es herauszufinden, was sich aus und in der Kunst anderer lernen lässt bzw. was die Handlung mit dem/der Handelnden macht, ob sich die Motivation einer Handlung auch durch ihre konzentrierte Ausführung ergibt.

Die bei Musiker_innen übliche Arbeitsform des "Raushörens" wird hier auf das Theater übertragen. Das Prinzip des Lehrstücks (Brecht), der physischen Handlungen (Stanislawski) und des Reenactment (Collingwood) wird auf die genaue Nachahmung künstlerisch gestalteter Vorgänge und Handlungen ausgeweitet und angewendet.

Die Behauptung, dass die Ausführung einer äußeren/physischen/tatsächlichen Handlung nicht nur eine emotionale Wirkung, sondern auch eine kognitive Wirkung auf die Agierenden selbst hat, wird anhand nachahmenswerter Szenen überprüft. Besonders beeindruckende, verstörende oder/und unverständliche Arbeiten bzw. ihre Aufzeichnungen,werden durch die Studierenden zunächst genauestens analysiert, evtl. notiert und in der Folge möglichst exakt und unter offensivem Verzicht auf die eigene Interpretation nachgeahmt. Dabei beobachten und untersuchen wir, welche Spielräume eröffnet bzw. welche künstlerischen Entscheidungen bei diesem Prozess nötig werden, was uns bei Wahrnehmung, Analyse, Notation, Übersetzung und Probenpraxis hilft und welche Erkenntnisse und Erlebnisse diese scheinbar unkreative Form der Darstellung - in den Abstufungen Kopie, Nachvollzug, Aneignung Übersetzung und Zitat - bereithält.




Sprechen als Bewegung . Labans "Antriebsqualitäten" der Bewegung für die schauspielerische Arbeit an der "Figur"

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In diesem Workshop geht es darum, die u.a. von Rudolf von Laban im letzten Jahrhundert formulierten "Antriebsqualitäten" von Bewegungen, für die Konstruktion bzw. die schauspielerische Arbeit an einer "Figur" zu nutzen, genauer: für die zu erarbeitende Körperlichkeit inklusive der Stimme.

Dies geschieht, denkbar einfach, indem wir uns zunächst den von Laban vorgeschlagenen Parametern: Gewicht, Raum, Zeit und Fluss, widmen - und ausprobieren, wie der Fokus auf jeweils einen der Aspekte unsere körperlichen - bzw. stimmlich/sprachlichen Handlungen beeinflusst oder ändert. In der Folge arbeiten, spielen und experimentieren wir mit den verschiedensten Kombinationen der Begriffspaare; kraftvoll- leicht, plötzlich- allmählich, direkt- indirekt, gebunden - frei , und den sich daraus ergebenen [2-er und 3-er] "Antriebsqualitäten". Hiernach untersuchen wir die Wirkung der körperlich und stimmlich angewandten Antriebsqualitäten sowohl auf das Spiel der Darstellenden als auch auf die Lesart der Zusehenden und erarbeiten die Möglichkeiten der Schichtung bzw. Gegenüberstellung verschiedener Antriebsqualitäten innerhalb einer "Figur" .

Schauspieltheorien- und ihre Praxis 

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Viele Wege führen nach Rom

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit Schauspieltheorien und -Methoden von der Antike bis Heute und erforschen ihre Anwendungsmöglichkeiten durch praktische Selbstversuche.

Der Fokus unserer Betrachtung liegt dabei auf den verschiedenen Definitionen von Form und Funktion der "Figur" und ihrer Darstellung bzw. Herstellung. Die Untersuchung der Schauspielauffassungen im 20. Jahrhundert ist ein Schwerpunkt.

Pro Seminareinheit wird, durch kurze Vorträge der Studierenden, jeweils eine Theorie bzw. Methode vorgestellt. Gemeinsam versuchen wir, wesentliche "Ideen" oder Thesen auszumachen, die wir in die Praxis überführen wollen. In Kleingruppen werden die praktischen Versuche vorbereitet. 

Im Anschluss werten wir gemeinsam Idee, Übersetzung, Durchführung und Wahrnehmung aus und variieren gegebenenfalls Aufgabenstellung und Handlungsanweisung.

Zufallsoperationen in der darstellenden Kunst

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Wir untersuchen die Verwendung von Zufalls-Operationen, als Mittel und Werkzeug der Inspiration, Komposition und Interpretation. Besonders beleuchten wir die Anwendbarkeit dieser- (u.a. durch John Cage) bekannten-, künstlerischen Praxis - für die darstellenden Künste.

In diesem Workshop überlassen wir wichtige oder sogar wesentliche Entscheidungen über unsere darstellerisch-performativen Handlungen dem Zufall und eröffnen damit ein völlig neues (Schau-) Spiel. Entscheidungen darüber, ob-, wann-, wie-, wo- und warum - eine Aktion oder Reaktion stattfindet, woraus diese besteht, wer handelt, wer Adressat_in einer Handlung ist, also Timing, Spacing, Funktion, Qualität von sprachlichen und körperlichen Handlungen, werden durch Zufallsoperationen entschieden.

Wir recherchieren, welche aleatorischen Mittel es gibt und testen in praktischen Versuchen, wann es interessant ist, diese zu verwenden, um neue Räume zu öffnen, um bekannte Muster oder Klischees spielerisch zu unterlaufen .

Training des Irritiertseins

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„Die Technik des Irritiertseins gegenüber landläufigen, selbstverständlichen`, niemals angezweifelten Vorgängen ist von der Wissenschaft sorgfältig aufgebaut worden und es besteht kein Grund, warum die Kunst diese so unendlich nützliche Haltung nicht übernehmen sollte.(B. Brecht) 

In diesem Seminar üben wir uns im Auffällig finden, im Irritiertsein und Staunen. Wir nutzen den achtsamen Anfängergeist, die offene Wahrnehmung des Anderen, um das Eigene und Vertraute mit fremden Blick zu betrachten. Der sogenannte V-Effekt, der Verfremdungseffekt Bertolt Brechts, soll dabei Anlass und Pate sein, den-die-das Andere in künstlerischen Handlungen und Begegnungen zu sehen, zu feiern, zu erforschen.

„Damit aus dem Bekannten etwas Erkanntes werden kann, muss es aus seiner Unauffälligkeit herauskommen; es muss mit der Gewohnheit gebrochen werden, das betreffende Ding bedürfe keiner Erläuterung“[…]„Das Selbstverständliche wird in gewisser Weise unverständlich gemacht, um es dadurch um so verständlicher zu machen“ (B. Brecht) In unserem Workshop untersuchen wir schauspielerische und choreografische Aspekte von Identifikation und Nichtidentifikation, den Umgang mit Mitspieler/innen und Publikum. Neben der Technik von Brecht,  inspirieren uns Übungen der Choreograf/innen Meg Stuart und Praktiken des Komponisten John Cage und unterstützen uns bei der Suche nach dem Merkwürdigen, Widersprüchlichen und Sehenswerten.